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Architektin Barbara Bestor über den Einfluss von Musik auf ihr kreatives Leben

06.02.2019
Barbara Bestor gestaltet Räume bekannter Rockstars, aber auch die von Musikstudenten mit weniger Privilegien.
Barbara Bestor

Für Barbara Bestor ist Sound auf natürliche Weise mit ihrem Leben verbunden.

Hier erzählt sie, welche Rolle Musik in ihrem Leben spielt – zuhause, aber auch im Hinblick auf ihre Arbeit. Für eine Künstlerin, die für die Gestaltung von Räumen bekannt ist, verbringt Barbara Bestor überraschend viel Zeit damit, über etwas unsichtbares nachzudenken: Sound.

Bei den Projekten, die sie mit ihrem Team bei Bestor Architecture in Los Angeles übernimmt, ist Sound für die preisgekrönte Architektin ein besonders wichtiges Element.

So waren die akustischen Details zweifellos entscheidend für die Gestaltung einiger Räumlichkeiten:
zum Beispiel den Firmenzentralen von Nasty Gal und Beats By Dre, oder vor Kurzem beim Silverlake Conservatory of Music – einer  gemeinnützigen Musikschule, zu deren Mitbegründern Michael “Flea” Balzary, Bassist der Red Hot Chili Peppers, gehört.

Für Barbara Bestor ist Sound auf natürliche Weise mit ihrem Leben verbunden.

Ob BBC-Radio am Morgen, eine Playlist, die ihr hilft, sich bei der Arbeit zu konzentrieren, oder eine bunte Mischung aus Musik und Filmen zuhause mit ihrer Familie – Sound begleitet Barbara Bestor ständig — oft in unterschiedlichster Art in verschiedenen Räumen.

Ihr ganz persönlicher und individueller Soundtrack entwickelt sich je nach Stimmung und Tagesrythmus.

Er kann die Kreativität eines neuen Projekts fördern, dringend benötigte Ruhepausen unterstützen oder einfach dezent im Hintergrund zu hören sein, wenn konzentrierte Arbeit am Nachmittag ansteht.

Vor Kurzem haben wir Barbara Bestor in Silver Lake, Los Angeles besucht – ihrem Zuhause und dem Hauptsitz von Bestor Architecture.

Wir wollten herausfinden, welche Rolle Sound in ihrem Alltag spielt – und haben dabei selbst erlebt, wie sich ihr persönlicher Soundtrack über Stunden, von Raum zu Raum, über verschiedene Medien und Genres erstreckt. Sound macht ihren Alltag lebendiger.

Kannst du deinen täglichen Soundtrack beschreiben?

Für mich ist Sound in jedem Raum ein Element der Stimmung und der Atmosphäre. Insbesondere bei der Arbeit kann das in ganz unterschiedliche Richtungen gehen. Im Büro läuft Musik von völlig verschiedenen Playlisten.

Was wir hören hängt stark davon ab, was gerade so ansteht. Ich persönlich mag Musik aus Maui und Westafrika. Wenn uns Leute im Büro besuchen und wir uns gerade erst kennenlernen, ist das ein schöner und meditativer Sound, der sehr beruhigend wirkt.

Arbeiten wir aber spät abends, um zum Beispiel Deadlines und Termine einzuhalten, läuft normalerweise Musik mit mehr Energie, die uns Power und Antrieb gibt.

Wenn du zuhause Musik hörst, wie unterscheidet sie sich von Raum zu Raum und welchen Einfluss hat die Tageszeit? 

Da gibt es definitiv Unterschiede. Unser Wohnzimmer ist zum größten Teil sehr offen – genau wie die Küche und das Esszimmer. Sie sind also quasi dafür geschaffen, Sound zu genießen.  Im Wohnzimmer haben wir eine Leinwand für den Beamer und ein eigenes 5.1-Surround-Sound System.

Gestern Nacht hab ich sogar draußen Musik gehört. Meine ältere Tochter und ihre Freunde haben sich währenddessen im Wohnzimmer einen Film angesehen. Und mein Mann hat in unserem Schlafzimmer mit leiser Hintergrundmusik gelesen.

Ich liebe es, dass man in verschiedene Bereichen seinen ganz eigenen Sound hören kann. Ganz besonders am Wochenende. Da haben wir häufig Freunde mit kleinen Kindern zu Besuch – während wir im Pool schwimmen fühlt es sich an, als käme Musik von überall.

Ich höre häufig die BBC-Nachrichten. Mein Mann und ich gleichen uns irgendwie aus. Er hat den Song „MacArthur Park“ aus den 60ern entdeckt. Ursprünglich wurde der von Richard Harris eingespielt.

Den ganzen Sommer über haben wir viel Zeit damit verbracht, uns verschiedene Variationen von „MacArthur Park“ anzuhören.

Wie ist es bei der Arbeit? Welchen Einfluss hat Musik auf Kreativität und Produktivität in deinem Team?

Wir arbeiten an den unterschiedlichsten Dingen – da kommen verschiedenste Stimmungen zusammen, für die man die richtige Atmosphäre schaffen muss. Manchen Mitarbeitern geht es darum, sich konzentrieren zu können.

Andere möchten es bei der Arbeit so still wie möglich haben. Aber die meisten brauchen ein gewisses Energieniveau. Da liegt also eine gewisse Spannung in der Luft.

Wenn ich alleine in meinem Büro bin und nach neuen Ideen suche, entscheide ich mich oft für etwas von Nick Drake. Oder ganz einfach etwas, das den Raum und meine Laune mit Sonnenschein erfüllt.

Wenn mich etwas richtig ärgert, höre ich lieber Rage Against the Machine. Vielleicht nicht unbedingt im Büro. Eher im Auto.

Manchmal arbeite ich am Wochenende alleine – da ist es leichter, kreative Dinge zu erledigen. Dafür habe ich einige Playlisten. Vor Kurzem habe ich Anderson .Paak live gesehen. Seine Songs laufen oft, wenn ich alleine arbeite.

In Büros scheint jedes Team seine Sonos Playlist anders zu organisieren. Wie ist das bei euch, wenn ihr gemeinsam Musik hört? 

Irgendetwas läuft immer. Ich mag es nicht, wenn es zu still ist.

Es gibt ein paar inoffizielle DJs. In meinem eigenen Büro steht ein Sonos One Speaker, über den ich alleine bestimme. Aber wir haben zwei große Bereiche. Die sind fast so groß wie Lagerhallen. In beiden wird oft unterschiedliche Musik gespielt.

Der Geschmack und die Musikvorlieben einer Person unterschieden sich eben manchmal von anderen. Aber wir haben für jeden genug Platz und Zeit, um zu spielen, was immer er oder sie gerade hören möchte.

Mir gefällt, dass das Sonos System so flexibel ist. Es funktioniert einfach überall: im gesamten Büro oder in kleineren, individuellen Bereichen. Auch meine Kunden finden diese Flexibilität gut. Ein weiterer Vorteil ist, dass es über WLAN funktioniert.

Für einen Architekten ist das großartig. Schließlich musst du kein Vermögen ausgeben, um das Ganze zu verkabeln. Ich meine, die Kosten allein dafür können wirklich gewaltig sein.

Bei Sonos interessieren wir uns für die Soundarchitektur — wenn Sound ein zusätzliches Designelement ist, fast wie Licht oder die eingesetzten Materialien. Wie integrierst du Sound in die Planung deiner Projekte? 

Als Architektin entwerfe ich eine Umgebung, eine Atmosphäre als dreidimensionalen Raum. Sound ist wie die unsichtbare vierte Dimension einer solchen Umgebung. Man sieht das oft im Einzelhandel.

Aber meiner Meinung nach ist es wirklich wichtig, wenn es um das Zuhause von Menschen geht. Meine Mutter hört zum Beispiel immer klassische Musik im Radio. Also denke ich sofort an meine Kindheit und entspanne mich, sobald ich Mozart höre.

Bei welchen Projekten spielte Sound eine größere Rolle für deine Arbeit im Vergleich zu anderen? 

Ich habe mit vielen Musikern gearbeitet und alle Arten von Tonstudios und Musikbüros gestaltet. Und ich glaube, dass der Teil von L.A., in dem ich wohne, stark geprägt ist von Musik und den Leuten, die sie produzieren – in gewissem Maße auch von der Unterhaltungsindustrie im Allgemeinen.

Bei der Architektur geht es mehr darum, wie man sich im Raum fühlt. Es ist wichtig, dass alle Sinne angesprochen werden. Haptik, Klang und auch Geruch sind Teil davon.

Man kann Sound tatsächlich bewegen. Dadurch kommt er manchmal aus einer völlig unerwarteten Richtung. Er ist ein spannendes Werkzeug.

Wie hat sich die Möglichkeit, Sound an einen bestimmten Raum anzupassen, im Laufe deiner Karriere entwickelt?

Früher, als man noch alles verkabeln musste, hatte man viel weniger Möglichkeiten. Wenn wir heute alte Gebäude umgestalten, können wir die ursprüngliche Struktur erhalten und darüber hinaus mithilfe von Sound und Beleuchtung technische Features hinzufügen, die vorher nicht möglich waren.

Dadurch wird die Atmosphäre gemütlicher und es ist nicht mehr „nur“ ein Gebäude. Es wird einfach wohnlicher.

Gerade erst haben wir zusammen mit HAY die Sonos One Limited Edition Kollektion in verschiedenen Farben herausgebracht. Mich würde interessieren, wie du über die Verbindung von Farbe und Sound in einem Zuhause denkst.

Ich denke, Farbe trägt einen wichtigen Teil zur Atmosphäre bei und ist damit von großer Bedeutung. Eine dunklere, neutrale Farbe ist ruhiger und verleiht einem Raum eine meditative Atmosphäre. Im Gegensatz dazu wirken helle Räume und glänzende Objekte lebhafter und erzeugen ein Gefühl der Bewegung.

Die neuen HAY Sonos One Speaker sind echte dekorative Elemente — wie eine Keramikvase oder eine Bronzeskulptur. Die matte Farbe holt sie aus der Welt des funktionellen Produktdesigns in eine neue, undefinierte Kategorie für Objekte. Sehr künstlerisch.

Was hörst du aktuell, um dich inspirieren zu lassen?

Mir gefällt das neue Album von Nikki Minaj ganz gut. Neulich habe ich Musik gehört und plötzlich lief Soundgarden – etwas, das mir in den 90ern überhaupt nicht gefallen hat. Aber jetzt finde ich es interessant!

Ich war kein Fan von diesem Headbanger-90er-Jahre-Zeug, als es beliebt war. Ich bin eher ein Hip-Hop-Typ. In letzter Zeit höre ich also so düsteres Zeug, was irgendwie merkwürdig ist. Sogar für mich.

Quelle: SONOS


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