Netzwerkwissen: Remote-Monitoring im Local-Area-Network

28.11.2002
RMON - Ein wichtiges Werkzeug für Netzwerkadministratoren! Seit Jahren setzen Netzwerkverwalter für die Überwachung der Netzwerke und zur Fehlersuche bei Netzproblemen Netzwerkanalysatoren ein.

Die ersten Netzwerkanalysatoren mussten physikalisch an das Netzwerk angekoppelt werden. Diese Lösung war durchführbar, als es noch relativ wenige und zentralisierte LANs gab. Heute müsste man zur Überwachung und Diagnose entfernter LANs ein Heer von Technikern aussenden, was logistisch und wirtschaftlich kaum durchführbar wäre.

Inzwischen haben Anwender und Hersteller mit Hilfe der Internet Engineering Task Force (IETF) einen Überwachungsstandard festgelegt, der es verschiedenen Netzwerk-Überwachungsprodukten und Systemen ermöglicht, Netzwerk-Analysedaten auszutauschen.

Diese RMON-Spezifikation definiert eine Reihe von Statistiken und Funktionen, die Managementsystem und Netzwerk-Probes untereinander austauschen können.

Die von den RMON Probes im Netz aufgenommenen Daten werden ausgewertet durch dafür spezialisierte Software oder integrierte Netzwerkmanagement Systempakete, wie zum Beispiel SNMPc von Castlerock. 

Was ist RMON ?

RMON wurde 1992 als RFC 1271 standardisiert, unterstützte später als überarbeitete Version Token Ring-Netze und erhielt dann die Bezeichnung RFC 1573.

Die RMON-Spezifikation ermöglicht Netzwerkverwaltern eine umfassende Fehlerdiagnose im Netzwerk und gibt ihnen Informationen zur Planung und Performance Segmentierung an die Hand. Diese Informationen werden von neun RMON-Gruppen geliefert, wobei jedes Objekt einer Gruppe eine bestimmte Art von Daten zur Verfügung stellt und so den gängigen Anforderungen an Netzwerküberwachung gerecht wird.

Die RMON-Gruppen sind optional, so das ein Anbieter nicht alle Gruppen innerhalb der MIB zu unterstützen braucht.

Die neun Gruppen sind:

1. Statistik
2. History
3. Hosts
4. Top"N"
5. Matrix
6. Alarms
7. Events
8. Filter
9. Datenerfassung (Data Capture).

Ein Basis-RMON System liefert folgende Daten:

  • Information, mit denen Netzwerkverwalter die Nutzungsart des Netzwerks analysieren und Daten- und Fehlerstatistiken erstellen können (Statistikgruppen)
  • Archivinformationen zur Analyse von Netzwerk-Trends und Auswertung von Statistiken (History-Gruppe).
  • Informationen zu Geräten, die über das Netz kommunizieren sowie zu Qualität und Menge der übertragenen und empfangenen Daten (Hostgruppe).
  • Informationen zu Beschreibung von Verbindungen zwischen Geräten am Netzwerk und der Qualität und Menge ausgetauschter Daten (Matrixgruppe).
  • Informationen darüber, welche Netzwerkgeräte die meisten Daten oder Fehler generieren oder empfangen (Top"N"-Gruppe).
  • Ein RMON-System erlaubt außerdem die Festlegung von Grenzwerten zu allen oben genannten Informationen und kann dem Administrator Grenzwertüberschreitungen (Alarmmeldungen und Grenzwerte) melden oder abhängig davon Aktionen einleiten.
  • Schließlich kann eine voll ausgerüstete RMON-Probe Daten paketweise erfassen. Damit kann die Probe als Datenerfassungswerkzeug für extensivere Netzwerkanalysen eingesetzte werden (Filter und Datenerfassung).

Diese Gruppen liefern die Informationen, die zur Unterstützung leistungsfähiger Protokollanalysefunktionen und Netzwerk-Abrechnungsfunktionen wie:

  • Erfassung des Datenaufkommens zur Dekodierung- und Analysezwecken.
  • Analyse von Daten zur Unterstützung von Netzwerk-Abrechnungs- und Gebührenerfassungsanwendungen.

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