IoT-Sicherheit: Vier Lehren aus dem massiven DDoS-Angriff auf DynDNS

04.11.2016
Ein Kommentar von Günter Untucht, Chefjustiziar des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro in Europa
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Eine Woche ist der massive Distributed-Denial-of-Service-Angriff auf den DNS-Service „DynDNS“ nun her, der aus dem Internet der Dinge geführt wurde. Seither ist viel über die Versäumnisse in Sachen IoT-Sicherheit gesprochen und diskutiert worden. Aus meiner Sicht ist es Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen.

Es sind insbesondere vier Lektionen, die wir aus dem jüngsten und beileibe nicht dem ersten Angriff dieser Art lernen können:

  1. Attacken dieser Art werden weitergehen. Da bislang im Internet der Dinge das Thema Sicherheit eher an letzter Stelle kam, haben die Cyberkriminellen sich einen Vorsprung sichern können, der noch einige Zeit Bestand haben dürfte. Denn viele dieser Geräte werden sich auch nachträglich nicht absichern lassen, müssten also ausgetauscht werden. Das wird aber Zeit und Geld kosten. Gleichzeitig hat der jüngste Angriff gezeigt, wie massiv die realen Konsequenzen sein können. Eine Website, die nicht erreichbar ist, ist eine Sache, ein Produktionsausfall, weil die in der Cloud angesiedelten IT-Systeme blockiert sind, eine andere. Solange also das Sicherheitsniveau im Internet der Dinge nicht deutlich steigt, müssen wir mit weiteren Attacken rechnen, die zudem beträchtliche Schäden anrichten können.
  2. Das Ökosystem funktioniert nicht. Das Internet der Dinge wird von Anbietern beherrscht, deren Kerngeschäft nicht IT und schon gar nicht IT-Sicherheit heißt. Es fehlt also in vielen Fällen und wohl bis auf weiteres das notwendige Wissen, um die intelligenten Geräte sicher zu designen. Gleichzeitig führt der Wettbewerbsdruck dazu, dass auch Partner der Hersteller wenig Anreize haben, in der Supportphase für die notwendige Sicherheit zu sorgen. Denn im Augenblick stehen noch möglichst kurze Markteinführungszeiten und das Interesse, die Geräte erst einmal zum Laufen zu bringen, im Vordergrund. Das wird sich vielleicht erst dann ändern, wenn ein Anbieter von IoT-Geräten wegen mangelnder Sicherheit Konkurs anmelden muss.
  3. Regulierer müssen eingreifen. Niemand in der IT-Industrie hört das gern, aber es wird unvermeidbar sein. Ohne Regulierungsdruck wird sich wohl in absehbarer Zeit nur wenig an der mangelnden Sicherheit der IoT-Geräte ändern. Was bei elektrischen und elektronischen Geräten gang und gäbe ist, muss auch in der IoT-Welt Standard werden: Vorschriften zur Erhöhung der Sicherheit, um zum Beispiel das Schließen offener Ports oder das verschlüsselte Versenden von Daten verpflichtend zu machen.
  4. Die IoT-Sicherheit wird nur allmählich zunehmen. Es wird irgendwann dazu kommen, dass die Hersteller von IoT-Geräten wirtschaftliche Einbußen wegen mangelnder Sicherheit verzeichnen werden. Und irgendwann werden sicherlich einige Geräte von den Aufsichtsbehörden aus dem Verkehr gezogen werden. Doch nur wenn Anbieter, Verbände und Regulierungsbehörden an einem Strang ziehen, wird dieses „irgendwann“ früher als am Sankt-Nimmerleins-Tag eintreten.

Reicht der Warnschuss von vergangener Woche aus, um ein Umdenken zu bewirken, damit die IoT-Sicherheit schneller als bisher erhöht wird? Ich lasse mich gerne umstimmen, aber meine persönliche Prognose lautet, dass wir erst noch mehr IoT-Attacken dieses und noch größeren Ausmaßes werden erleben müssen.

Über Günter Untucht

Günter Untucht leitet seit 2006 die EMEA-weite Rechtsabteilung beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. Bevor er im Jahr 1990 seine beruflichen Interessen auf die IT-Industrie verlagerte, hatte er als leitender Justiziar in einem US-amerikanischen Pharmakonzern gearbeitet und war Vorstandsmitglied eines Industrieverbandes. Anschließend war Untucht unter anderem bei Compaq Computer sowie bei BearingPoint (früher: KPMG Consulting) tätig.

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Als weltweit führender Cybersicherheitsanbieter verfolgt Trend Micro seit über 25 Jahren das Ziel, eine sichere Welt für den digitalen Datenaustausch zu schaffen.

Die Lösungen für Privatanwender, Unternehmen und Behörden bieten mehrschichtigen Schutz für Rechenzentren einschließlich cloudbasierter und virtualisierter Umgebungen, Netzwerke und Endpunkte – unabhängig davon, wo sich die Daten befinden: von (mobilen) Endgeräten über Netzwerke bis hin zur Cloud. Trend Micros Lösungen sind für gängige Rechenzentrums- und Cloudumgebungen optimiert und sorgen so dafür, dass wertvolle Daten automatisch vor aktuellen Bedrohungen geschützt sind. Die miteinander kommunizierenden Produkte bilden einen Schutzmechanismus, der durch zentrale Transparenz und Kontrolle eine schnellere, bessere Absicherung ermöglicht.

Trend Micro Smart Protection NetworkUm Bedrohungen schnell erkennen, verhindern und entfernen zu können, nutzen alle Lösungen das Smart Protection Network: Diese cloudbasierte Sicherheitsinfrastruktur verwendet die neuesten datenwissenschaftlichen Methoden zur Big-Data-Analyse.

Trend Micro bietet seine Lösungen weltweit über Vertriebspartner, unter anderem auch Bachert Datentechnik in Wetzlar, an. Der Hauptsitz des japanischen Anbieters, der mit mehr als 5.000 Mitarbeitern in über 50 Ländern aktiv ist, befindet sich in Tokio, die deutsche Niederlassung in Hallbergmoos bei München. In der Schweiz kümmert sich die Niederlassung in Glattbrugg bei Zürich um die Belange des deutschsprachigen Landesteils, der französischsprachige Teil wird von Lausanne aus betreut; Sitz der österreichischen Vertretung ist Wien.

Weitere Informationen zum Unternehmen und seinen Lösungen sind unter www.trendmicro.de verfügbar, zu aktuellen Bedrohungen unter blog.trendmicro.de sowie blog.trendmicro.ch. Anwender können sich auch unter @TrendMicroDE informieren.

Quelle: Trend Micro Deutschland


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