eco Interview - „Die Bedrohungslage wächst stetig, insbesondere auf mobilen Geräten“

08.10.2016
Seit inzwischen sieben Jahren arbeitet das Anti-Botnet-Beratungszentrum vom eco Verband mit Software, Anleitungen und einem Forum erfolgreich an der Reduzierung der hiesigen Botnet-Infektionen.
eco — Verband der Internetwirtschaft e.V.

Im Interview erläutert Peter Meyer, Leiter der eco Cyber Security Services, die Arbeit des Beratungszentrums und geht auch auf die aktuelle Bedrohungslage ein.

Herr Meyer, knapp sieben Jahren gibt es botfrei schon – was waren bisher die größten Erfolge?

Botfrei wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, Deutschland bei den Botnet-Infektionen aus den weltweiten Top Ten zu führen. Das ist uns gelungen. Wir sind stolz darauf, dass botfrei auch drei Jahre nach Förderende durch das BMI weiter existiert und sogar wächst. Dies ist bei vielen Förderprojekten nicht der Fall.

Außerdem ist es uns gelungen, dass im Rahmen des ACDC-Projekts in neun weiteren Ländern ähnliche Seiten wie botfrei entstanden sind.

Sie haben die Webseite einem gründlichen Relaunch unterzogen. Was war der Grund und was ist neu?

Peter Meyer, Leiter der eco Cyber Security ServicesWir haben auf die wachsenden Besucherzahlen von Smartphones und Tablets reagiert und bieten neben dem responsiven Webseiten-Design jetzt auch in Zusammenarbeit mit dem eco Mitglied G DATA einen neuen botfrei EU-Cleaner Mobile für Android an.

Außerdem haben wir neben Botnetzen einen Schwerpunkt auf Ransomware gesetzt. Unsere Ransomware-Galerie unterstützt beispielsweise unsere Besucher dabei, Verschlüsselungstrojaner von ihren Geräten zu entfernen.

Den bewährten EU-Cleaner gibt es jetzt auch als kostenlose Android-App. Warum gibt es keine Variante für iOS?

Ein EU-Cleaner für iOS ist in Planung. Dennoch lag unser Fokus zunächst auf Android, da die meisten mobilen Malware-Infektionen dort erfolgen. Wir möchten zudem mit botfrei das Bewusstsein für den Einsatz von Schutzprogrammen auch auf mobilen Plattformen stärken. Hier sehen wir großen Nachholbedarf, denn vielen Nutzern ist noch nicht bewusst, dass ihr „Handy“ inzwischen ein vollwertiger Computer ist.

Welche Trends beobachten Sie zurzeit: Welche Bedrohungen nehmen ab und welche zu?

Generell nimmt die Bedrohungslage nicht ab, sondern wächst stetig, insbesondere auf mobilen Geräten. Wir stellen zudem immer zielgerichtetere Methoden fest, um die Schadsoftware zu verbreiten. Dazu gehören immer bessere personalisierte E-Mails oder infizierte Werbebanner.

Quelle: eco — Verband der Internetwirtschaft e.V.


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