eco Inteview: Internet of Secured Things

10.09.2016
Im Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) werden zahlreiche Objekte mit dem Internet verbunden sein.
eco — Verband der Internetwirtschaft e.V.

Im Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) werden zahlreiche Objekte mit dem Internet verbunden sein. Deshalb sollten smarte Werkstücke ein „Secured Thing“ sein, dessen Authentizität zweifelsfrei und vollautomatisiert nachgewiesen werden kann. Welche Folgen Datenraub für die Fertigungstechnik und Automatisierung haben kann, erklärt Markus Bartsch von der TÜV Informationstechnik GmbH im Interview.

Welche Gefahren birgt Piracy für die Fertigungstechnik?

Werden in die Produktions- und Lieferkette Plagiate „eingeschleust“, dann würden diese gegebenenfalls unerkannt verbaut werden. Sollte es sich hierbei um Safety-relevante Komponenten handeln, könnten diese mit qualitativ minderen Werkstoffen gefertigten Plagiate möglicherweise erheblichen negativen Einfluss auf die Funktionsweise der gesamten Maschine haben.

Was muss getan werden, um die Industrie davor zu schützen?

Markus Bartsch von der TÜV Informationstechnik GmbH

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es je nach Use Case Abbildungen in der Lieferkette (Tracking & Tracing) und mitunter generelle fälschungssichere, manuell auslesbare Merkmale auf Verpackungen und mitunter auf den Komponenten selbst. Im Zuge von Industrie 4.0 (oder dem Internet of Things) reicht dies aber bisweilen nicht aus. Fälschungssichere und auf die Identität einer Komponente bezogene Merkmale sollten in dem gesamten „Tracking & Tracing“-Prozess vollautomatisiert abgebildet werden können.

Welches Produkt halten Sie für zukunftsweisend für Anti-Piracy?

Jegliche fälschungssicheren Merkmale, die Identitäten abbilden können, vollautomatisiert auslesbar sind und deren Nachahmung hohe Kosten verursachen würde, werden sicherlich mehr und mehr zum Einsatz kommen. Fälschungssichere Merkmale auf Basis zufälliger Muster wie auch RFID-Tags in Kombination mit Krypto-Mechanismen sind hier sicherlich zukunftsweisend – erfordern aber auch oft eine Online-Anbindung zur Verifikation.

Aber allein aus Kostengründen und abhängig vom Anwendungsfall wird es nicht das eine Produkt geben, welches favorisiert werden sollte. Es wird zukünftig eine geschickte Kombination unterschiedlichster fälschungssicherer Mechanismen mit „Tracking & Tracing“-Informationen geben.

Markus Bartsch spricht als Experte bei den Internet Security Days, die am 22. und 23. September in Brühl bei Köln stattfinden.

Quelle: eco — Verband der Internetwirtschaft e.V.


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