eco Interview „Digitalisierung ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit!“

21.05.2016
Davon ist Christian Pereira, Geschäftsführer der Q-loud GmbH, überzeugt und erläutert seine Sicht in unserem Kurzinterview.
eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Die vierte industrielle Revolution – der Wandel durch Digitalisierung – hat begonnen. Unternehmen, die den digitalen Wandel für sich nutzen, erwirtschaften mehr Umsatz, mehr Gewinn und haben einen höheren Firmenwert.

Wie definieren Sie Industrie 4.0?

Industrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution und damit für den Wandel der gesamten Wirtschaft durch die Digitalisierung. Dies macht ganze Produktions- und Wertschöpfungsprozesse effizienter, intelligenter und kundenorientierter. Basis ist das Internet der Dinge, auch Internet of Things – IoT – genannt. Es erlaubt, dass Maschinen und Produkte direkt, sicher und in Echtzeit miteinander kommunizieren.

Q-loud hat schon sehr früh für marktführende Unternehmen Digitalisierung und Vernetzung realisiert und verfügt nach IT-Analystenmeinung über eine der leistungsfähigsten IoT-Plattformen weltweit.

Was erwartet Unternehmen unter dem Stichwort „totale Vernetzung“?

„Totale Vernetzung“ hört sich zwar fast martialisch an, aber es wird sie schon in wenigen Jahren geben. Menschen, Produktionsprozesse, Maschinen werden immer öfter direkt miteinander kommunizieren und unendlich viele Informationen austauschen. Die Intelligenz liegt darin, diese Entwicklung frühzeitig zu antizipieren und für das eigene Geschäft zu nutzen. Es ist erschreckend, wie wenig vorbereitet die heimische Industrie noch zu häufig ist. „Digitalisierung“ von Produkten und Geschäftsmodellen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit!

Welche „Hausaufgaben“ zu diesem Thema sollten hiesige Unternehmen schleunigst erledigen?

Christian Pereira, Geschäftsführer der Q-loud GmbHZunächst sollten sie verstehen, dass sie ohne den digitalen Wandel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in wenigen Jahren vom Wettbewerb überholt sein werden. Unternehmen, die den digitalen Wandel für sich nutzen, generieren nachweislich mehr Umsatz, mehr Gewinn und haben einen höheren Firmenwert.

Warum? Weil sie ihre Produkte, ihre Nutzung und damit die Bedürfnisse ihrer Kunden immer besser kennenlernen und darauf wieder mit einer Optimierung der Produkte, ihrer Anwendungen und Qualität reagieren können. Bei intelligenter Nutzung von IoT-Möglichkeiten wird die Anbieter-Kunden-Bindung tatsächlich immer enger und produktiver. Wichtig ist der erste Schritt, starten Sie möglichst sofort, denn Zeit ist hier eine kritische Ressource.

Warum, glauben Sie, ist laut einer Allensbach-Umfrage das Thema „Industrie 4.0“ so negativ besetzt?

Ich glaube nicht, dass es wirklich negativ besetzt ist. Aber es ist bisher noch zu abstrakt, zu technisch, um von allen verstanden zu werden. Dies gilt leider auch für die Politik und viele Meinungsbildner. Das muss sich schnell ändern, beispielsweise gepusht durch die Diskussion um das selbstfahrende Auto. Damit wird deutlich, was alles möglich ist und wie Industrie 4.0 unser Leben bereichern kann.

Ich hoffe, dass wir hier schnell noch weitere positive „Leuchtturmprojekte“ zu sehen bekommen. Dann wird Industrie 4.0 oder weiter gefasst das Internet of Things bald wesentlich positiver in der Bevölkerung wahrgenommen.

Christian Pereira spricht am 1. Juni bei der EuroCloud Deutschland Conference zum Thema „Industrie 4.0 – Treiber und Fertigkeiten für die totale Vernetzung“.

 Quelle: eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.


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