eco: Games, Filme und Co. verschmelzen miteinander

14.05.2016
„Melting Realities“ nennt eco die zunehmende Verschmelzung bisher getrennter Mediengattungen wie Computer- und Videospiele sowie Filme.

  • Megatrend Entertainment: Transmediale Stoffentwicklung ist angesagt
  • Medien- und Technologiekonvergenz setzt sich fort

Im Mittelpunkt stehen dabei transmediale Technologien und Konzepte, aber auch medienübergreifende inhaltliche Stoffentwicklungen. Schließlich werden auch Spielzeuge, Freizeitparks und Gegenstände unseres täglichen Lebens zunehmend mit Motiven und Charakteren aus erzählenden Stoffen versehen oder bilden diese nach.

„Auf allen Ebenen setzt sich die Medien- und Technologiekonvergenz fort“, stellt eco Geschäftsführer Harald A. Summa fest. Er erklärt: „Bisher selbstverständliche Trennlinien werden nicht nur überschritten, sondern verschwinden nach und nach vollständig. Die heutigen Games ähneln immer mehr einer Art Video, bei dem man fortlaufend die Handlung selbst bestimmt. Waren früher fast ausschließlich Filme und Comics die Schöpfer von Charakteren mit Merchandising-Potenzial, so sind es heute immer mehr die Games, also Angry Birds statt Mickey Maus.“ Angesichts des Zusammenwachsens von Filmen, Games und Büchern gewinnt die medienübergreifende Entwicklung von Erzählstoffen zusehends an Bedeutung, stellt eco fest. Das Reservoir an transmedialen Stoffen sei allerdings noch gering, mahnt der Verband an.

Vor der Realisierung immersiver Storywelten

eco Geschäftsführer Harald A. SummaProf. Dr. Gundolf Freyermuth, Gründungsdirektor Cologne Game Lab, Professor „Media and Game Studies“ und Associate Professor „Comparative Media Studies“, erklärt: „Von Richard Wagners ‚Gesamtkunstwerk‘ über André Bazins ‚Totales Kino‘ und Roy Ascotts ‚Gesamtdatenwerk‘ bis zu Gene Roddenberrys ‚Holodeck‘ und der Vielzahl aktueller Ansätze, immersive Storywelten zu generieren: Transmediale Kunst und Unterhaltung ist eine ebenso alte wie sehr lebendige Sehnsucht. Heute scheinen wir vor ihrer Realisierung zu stehen – mit digitalen Mitteln, im Transmedium Software. Transmediales Erzählen erfordert allerdings die Überwindung vieler überholter Gewohnheiten – insbesondere eine Vernetzung von wissenschaftlich-künstlerischer Forschung und kommerzieller Praxis sowie die kreative Kooperation aller Bereiche audiovisueller Medienproduktion, von Theater, Film, Fernsehen, Medienkunst und Games.“

Transmediale Wertschöpfung ist angesagt

Philipp Schall, Geschäftsführer der Tellux Next GmbH und stellvertretendes Vorstandsmitglied des Transmedia Bayern e.V., erklärt: „Eine transmediale beziehungsweise plattformübergreifende Wertschöpfung setzt voraus, dass man ein alle geplanten Medien umspannendes Thema etablieren kann. Von diesem hängen die Herausbringungsplattformen und konkrete Produktionsschritte ab. Eine Veröffentlichungsstrategie, die effektiv und auf die zu bespielenden Medien und Plattformen abgestimmt ist, wird für den Erfolg eines Projektes genauso kritisch sein, wie die Qualität des daran zugrunde liegenden kreativen Konzepts. Es gilt nun nicht nur die vielfältigen Wege zum Nutzer zu koordinieren, sondern auch gekonnt die Leistungen der einzelnen kreativen Gewerke abzurufen.

Impulsveranstaltung auf dem DOC.forum

Vor diesem Hintergrund lädt eco gemeinsam mit dem GAME Bundesverband zu einer Impulsveranstaltung auf dem DOK.forum am 9. Mai in München zum Thema „Transmedia“ ein. Gastgeber sind Thorsten Unger (GAME) und Lars Steffen (eco). Dabei kommen jeweils Experten aus Lehre, Wirtschaft und Technologie zu Wort Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth, Gründungsdirektor vom Cologne Game Lab, gibt einen wissenschaftlichen Einblick und Ausblick auf das Thema, Benjamin Feld, Geschäftsführer der Mixtvision GmbH dokumentiert den Status Quo von Transmedia in Deutschland und Nico Nawarra, Chief of Production bei der Experimental Game GmbH zeigt, wie Gamingtechnologie und Stoffentwicklung technologisch verschmelzen. Komplettiert wird die Runde in einer Abschlussdiskussion von Philipp Schall, Geschäftsführer der Tellux Next GmbH und stellvertretendes Vorstandsmitglied von Transmedia Bayern e.V.

Quelle: eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.


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