eco - Das Internet sicherer machen

27.02.2016
Sicherheit spielt bei eco eine zentrale Rolle: So wurde im vergangenen Jahr eigens ein Vorstandsressort geschaffen, für das Prof. Dr. Norbert Pohlmann verantwortlich zeichnet.
eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Die „eco Cyber Security Services“ erhalten zudem mit Peter Meyer einen Leiter, der über mehrjährige Erfahrung bei diversen Projekten in diesem Bereich verfügt. Im Interview spricht er unter anderem über die künftigen Pläne.

Herr Meyer, was sind die Cyber Security Services?

In den „eco Cyber Security Services“ bündeln wir die Sicherheitsangebote des Verbands.

Die „Initiative-S“ ist unser Service für kleine und mittelständische Unternehmen. Dort bieten wir nicht nur unseren Mitgliedern einen täglichen, kostenlosen Sicherheits-Scan der Unternehmenswebseiten an und senden im Fall eines Fundes eine Benachrichtigung an den Betreiber.

Das Anti-Botnet-Beratungszentrum botfrei.de mit seinem Support-Center richtet sich zwar primär an Endanwender, jedoch finden dort auch Unternehmen kostenlose Tools und Tipps für die Entfernung von Trojanern oder anderer Schadsoftware.

Zusätzlich haben wir das 2015 erfolgreich abgeschlossene ACDC-Projekt in einen europäischen Kontext überführt, wo wir mit unternationalen Partnern weiterarbeiten. Den Schwerpunkt setzen wir dabei auf die Zusammenarbeit mit weiteren zehn Anti-Botnet-Beratungszentren, die im Rahmen des Projekts seit 2013 in Europa entstanden sind.

Welche Pläne haben Sie für die kommenden Jahre?

Peter Meyer, Leiter der „eco Cyber Security Services“Wir möchten unser Service-Angebot in den kommenden Jahren weiter ausbauen: So sollen die Initiave-S und botfrei.de dazu beitragen, dass Internet sicherer zu machen. Dabei setzen wir auf die Stärkung des allgemeinen Sicherheitsbewusstseins, präventive Aufklärungsarbeit und auf die Kooperation mit unseren Mitgliedern sowie mit nationalen und internationalen Partnern aus dem IT-Sicherheitsumfeld.

Welche Gefahren sehen Sie im kommenden Jahr im Internet auf uns zukommen?

Wir rechnen zunächst damit, dass es 2016 einen Anstieg bei den Angriffen durch Erpressungs-Trojaner kommen wird. Nach der ersten Welle von „BKA-Trojanern“ vor zwei Jahren sehen wir durch die Chimera-Malware in 2015 eine Evolution. Wir vermuten, dass sich diese Art von Erpressung in nächster Zeit auch gezielt und maßgeschneidert gegen bestimmte Unternehmen richten wird.

Auch das Thema Malvertising, sprich die Auslieferung infizierter Werbebanner, wird im kommenden Jahr sicher noch weiter zunehmen. Die Diskussion um die Werbeblocker-Sperre bei einigen großen Verlagen geht leider in die falsche Richtung: Hier steht nur die Einnahmeerzielung im Vordergrund und Sicherheitsaspekte werden vollkommen außer Acht gelassen.

Im Bereich Mobile ist auch mit einer Zunahme von Angriffen – speziell auf das Mobile Payment – zu rechnen. Die wachsende Bereitschaft mobil und bargeldlos über das Smartphone zu bezahlen steigt. Je größer dieser Markt wird, umso attraktiver wird es auch für Cyberkriminelle, sich „ein Stück vom Kuchen“ zu greifen.

Dass es auch zu Angriffen auf das Internet der Dinge kommen wird, ist für uns auch bloß eine Frage der Zeit. Der Markt wächst stabil und leider wird bei diesem Wachstum das Thema Sicherheit oft vernachlässigt – sowohl von Anwender-, als auch von Herstellerseite. Hier ist unsere Aufgabe, das Sicherheitsbewusstsein zu stärken und vom einzelnen Rechner auf das gesamte vernetzte Heim auszuweiten.

Quelle: eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.


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