Verkabelungswissen: Ursachen der Brandgefahr bei Datenkabeln

15.02.2003
Ursachen der Brandgefahren bei Datenverkabelung

Die Einführung der sternförmigen, strukturierten Daten- bzw. Kommunikationsverkabelung sowie die Zunahme von PCs und Telefonen am Arbeitsplatz hat dazu geführt, dass die Anzahl der verlegten Datenkabel jährlich um bis zu 25% Prozent steigt.

Im Unterschied zur Serienschaltung von Steckdosen, wie sie bei der Stromverkabelung üblich ist, wird jede Telekommunikationsdose (TO) mit einem eigenen vierpaarigem Datenkabel angeschlossen. Dieses Kabel darf bis zu 90 Meter lang sein und wird am anderen Ende auf einem Etagen- oder Gebäudeverteiler aufgelegt.

In einem Unternehmen mit beispielsweise 100 Büroarbeitsplätzen sind normalerweise drei Telekommunikationsdosen pro Arbeitsplatz vorgesehen. Bei einer mittleren Länge von je 45 Metern pro Dose müssen 13,5 Kilometer Datenkabel mit einem Gesamtgewicht von etwa 472 Kilogramm in dem Gebäude beziehungsweise auf der Etage verlegt werden. Hinzu kommen eventuell notwendige Steigleitungskabel und 600 Anschluß- oder Rangierschnüre mit einer Länge von etwa 3 Kilometern. Daran wird deutlich, daß die maximal zulässige Brandlast in modernen Bürogebäuden eher durch die Netzwerkverkabelung als durch die Starkstrominfrastruktur erreicht wird.

Die brennbaren Stoffe, die sich in abgehängten Deckenbefinden, können die Brandbekämpfung erschweren, da die Feuerwehr wegen dergroßen Brandabschnitte und der starken Rauchentwicklung den Zeitpunkt und Ort der Brandentstehung sowie das Ausmaß der Flammenausbreitung häufig nicht genau lokalisieren kann.

Das Brandrisiko minimieren

Das Ziel des vorbeugenden Brandschutzes gemäß der Muster- und Landesbauordnungen ist es, bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten und Instand zu halten, daß der Entstehung und Ausbreitung von Schadenfeuer vorgebeugt wird und bei einem Brand wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren möglich sind.

Diese vom Gesetzgeber geforderte Minimierung des Brandrisikos läßt sich bei Datenkabeln durch Fluorpolymere Systeme erreichen, die in Nordamerika bereits häufig eingesetzt werden. Solche Systeme vermindern das Risiko der Flammenausbreitung außerhalb des Brandgeschehens und zeichnen sich durch niedrige Verbrennungswärme sowie geringe Rauchentwicklung aus.

Stand der Technik in Europa sind derzeit hauptsächlich Systeme, die auf PVC (Polyvinylchlorid) sowie auf halogenfreien Polyolefinen (Polyethylen, Polypropylen) basieren. Diese Verkabelung wird in den angelsächsischen Ländern auch als "LSZH Communication Cables" (Low Smoke Zero Halogen -- wenig Rauch, null Halogen) bezeichnet.

Mit freundlicher Genehmigung von Systimax Solutions (Avaya Communication Deutschland)


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